Sonntag, April 30, 2017

Filmkritik zu Guardians of the Galaxy Vol. 2


Dass ich Marvel über alles liebe, ist gewiss kein Geheimnis. Aber die Helden in den Filmen sind inzwischen altbekannt und werden von den Fans gefeiert. Mit Guardians of the Galaxy kam 2014 ein außergewöhnlicher Film in die Kinos, der sich nicht durch Heldenmusik in den richtigen Szenen auszeichnete, sondern durch liebevolle Charaktere, Humor, einen Hauch Peinlichkeit und ganz viel Herz. Damals verfolgte ich die Entwicklung der Charaktere voller Begeisterung im Kino und ich wusste, dass ich beim 2. Teil genau dorthin zurückkehren würde, um meinen Helden beizustehen.



Gestern durfte ich nun endlich erneut in das Universum von Star-Lord eintauchen. Der Film beginnt mit einer interessanten Vorgeschichte über Star-Lords Eltern, die sich auf der Erde verliebten und denen scheinbar einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg steht. Aus Teil 1 wissen wir, es kommt anders und der Verlust der Mutter, raubte Star-Lord die Kindheit.
Unsere Guardians werden als Beschützer der Galaxy angeheuert und sollen wertvolle Speicherzellen vor einer übermächtigen Kreatur bewahren. Der Film startet nach dem kurzen Prolog auf der Erde mit einem bildgewaltigen Meisterwerk, einer Szene, die mir Tränen in die Augen trieb. Ich konnte nicht aufhören zu lachen. Während die Zuschauer Baby Groot beim Tanzen zusahen,  entbrannte im Hintergrund ein mächtiger Kampf gegen das Monster, den die Guardians mit Witz und Kraft bestreiten konnten. Demnach blieben sich die Filmemmacher im Vergleich zum ersten Teil treu, denn die Eröffnungssequenzen waren gleich. Erst danach nimmt die Geschichte ihren Verlauf, die Charaktere geraten aneinander, ihre Freundschaft steht auf dem Spiel. Es gab neue Welten und Charaktere zu bestaunen und die unglaubliche Detailliebe war inspirierend und wunderschön. Wie gerne hätte ich mich für einige Wochen in diese Welten begeben und sie erkundet, kennen gelernt und dort gelebt. Sie wirkten realer als alles was ich bisher kannte. Es waren nicht die Bilder, die Musik oder die Farben, welche die Welten ausmachten, sondern die Emotionen, die von ihnen ausgingen.
Gleich zu Beginn erkennt man Kurt Russell in einer doch recht menschlichen Gestalt, welcher im Film die Vaterrolle von Star-Lord übernimmt. Als kurz darauf auch noch Silvester Stallone auftaucht, konnte ich mir „Tango & Cash“ als Fanschrei im Kino kaum verkneifen. Zu meiner Enttäuschung schien die Zielgruppe nichts mit diesen Namen anfangen zu können und ich fühlte mich für einen winzigen Moment alt. Leider Gottes, war mir eine Auseinandersetzung zwischen Stallone und Russell nicht gegönnt. Sie  durchleben den Film, treffen aber nie aufeinander.
Unsere Helden lernen in diesem Film, dass Familie nichts mit Blut zu tun hat. Sie begreifen recht schnell, dass ein Wesen, dass andere wegstößt oder Energiequellen aus reiner Provokation stiehlt, nicht grimmig oder gefährlich ist, sondern einsam. Rocket findet in Yondu Udonta, gespielt von Michael Rooker einen neuen Freund, den er mit seinem Leben verteidigen möchte, obgleich er weiß, dass nichts ewig hält. Ein Leben ist kostbar und Freunde sind Rockets Schwäche. Nicht allein Baby Groot zwang ihn im Film zur Kapitulation, sondern auch Star-Lord selbst, den er mit Yondu im Finale zurücklässt, um die übrigen Guardians zu retten. Eine schwere Entscheidung, die Rocket umso menschlicher machte. Für mich zeigte er im Film die größte Entwicklung und es war spannend ihm dabei zuzusehen, wie sein Herz erweichte. Der heimliche Star war natürlich Baby Groot, der im Kino auch als solcher gefeiert wurde. Niedlich, geistig ein wenig eingeschränkt und mit einem geringen Wortschatz ausgestattet, lächelte er sich schnell in die Herzen der Zuschauer.  Er sorgte für viele witzige Szenen, die so manch düstere und dramatische Stimmung aufzulockern wussten.
Drax, der Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wurde erneut für seine witzige, direkte Art bekannt. Seine Beleidigungen sorgten für „Ohhsss“ und „Ahhhs“ im Kino, die wir genauso genossen, wie die sich anbahnende Liebe zwischen Gamora und Star-Lord.

Guardians of the Galaxy 2 war ein actiongeladenes, spannendes, humorvolles Abenteuer, das durch viele Emotionen, starke Szenen und Bilder und tolle Effekte überzeugen konnte. Der krönende Abschluss des Filmes war nicht der Sieg über den Bösewicht, sondern das Feuerwerk bei der Beerdigung eines Ravagers.

Humorvollste Szenen: Klebeband-Szene, Anfangsszene
Traurigste Szenen: Rocket & Yondru, Endszene mit Beerdigung und Tod eines Charakters

Aussicht auf Guardians of the Galaxy 3.0

*Spoiler*
Post-Credit-Szenes & Easter Eggs:
Wir erhielten einen kurzen Blick auf Adam Warlock, der in den Comics das erste Mal bei den Fantastic 4 auftaucht.  Er kämpft später an der Seite von Gamora und Drax gegen Thanos. Einige Fans vermuten, dass Star-Lord den 3. Film nicht überleben wird und Adam fortan die Rolle des Hüters der Infinitysteine übernehmen könnte. Ich persönlich hoffe auf einen spannenden 3. Teil, wo wir Adam vielleicht die Seiten wechseln sehen. Der Tod von Star-Lord würde mir das Herz brechen, denn ich mag seine charmante, witzige Art, wo unausgesprochene Dinge, unausgesprochen bleiben. Ihr wisst, was ich meine.

Infinity Wars: Haben wir etwa einen ersten Anhaltspunkt auf die IW gesehen? Stallones Team könnte in seiner Post-Credit Szene ein wichtiger Hinweis darauf sein. Eine Verbindung zu den Kriegen an der Seite von Dr. Strange und den Guardians wäre durchaus denkbar. Habt ihr mitbekommen, dass Miley Cyrus ein Teil seines Teams war? Durch die Synchronstimme ist es mir erst später aufgefallen, aber sie wurde scheinbar sogar unterstützt von Michael Birnbaum, der durch seine Lex Luther Rolle in Smallville bekannt geworden ist.

Teenie-Groot: Das Bäumchen macht eine Entwicklung durch. Im 2. Film mussten die Guardians Baby Groot beschützen, aber in einer Szene am Ende des Filmes sieht man seine Entwicklung zu einem Teenager, was im 3. Teil auf einen Erwachsenen Groot hoffen lässt.

Howard the Duck: Viele kennen ihn bereits aus Teil 1. In Teil 2 hat er einen kurzen Auftritt, ein verstecktes Easter Egg, wenn man so will. Damit gab es wieder einen Hinweis auf die US-amerikanische Science-Fiction-Filmkomödie aus dem Jahr 1986.

Ausblick auf Thor: Ragnarok
Natürlich waren ebenfalls Hinweise auf Ragnarok vorhanden, dieses Mal in Form eines kurzen Auftritts von Jeff Goldblum als Grandmaster, der Thor im neuen Film in einer Arena gegen Hulk kämpfen lässt. Auf diesen Film freue ich mich schon ganz besonders.

Fazit:

Für einen überzeugenden 2. Teil vergebe ich 5 von 5 GROOTS und freue mich auf die Fortsetzung der Guardians of the Galaxy. 




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