Dienstag, Mai 07, 2013

DKZV - Die schwarzen Schafe der Literaturwelt


Jeder kennt sie und die meisten, die von ihnen über den Tisch gezogen wurden empfinden Verachtung und Hass. Ich spreche von den schwarzen Schafen der Literaturwelt, den so genannten Druckkostenzuschussverlagen, wie sie in Autorenkreisen genannt werden.

Da es rechtlich gesehen verboten ist, hier konkrete Namen zu nennen, werde ich nur deren Merkmale genauer beschreiben, um viele vor einem Stolperstein in ihrer Kariere zu bewahren.

Als angehender Autor verfolgt man einen lang gehegten Traum. Der Aufstieg ist hart und wird durch zusätzliche Misserfolge gekennzeichnet. Doch diese können vermieden werden, wenn man von dem erstrebten Beruf etwas versteht. Natürlich werden die meisten der Jungautoren nicht sofort bei einem Publikumsverlag landen. Einige schaffen es mit viel Mühe in das Programm eines Kleinverlages, doch selbst die haben nur eine beschränkte Anzahl an Veröffentlichungen im Jahr. Das einzige was der Verwirkung des Traumes Abhilfe schaffen kann sind Verlage, die gegen einen Betrag das eigene Buch drucken lassen.

Man findet sie überall – die Anzeigen der Verführung:

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Was den Anfängern wie die Lösung für ihre Probleme vorkommt, ist in Wahrheit eine gemeine Abzocke.
Dabei sollte man jedoch jene Veröffentlichungsmöglichkeiten unterscheiden, die bereits mit einer kleinen Beteiligung zu fairen Anteilen werben.
BOD ist ein gutes Beispiel. Will man wirklich etwas selbst veröffentlichen, kann man sein Werk als Ebook bei Amazon vertreiben. Dort wird den Autoren eine faire Chance gegeben!

Kommen wir zu den schwarzen Schafen. Schickt man das eigene Manuskript zu einem DKZV, wird einem meistens bereits nach 4 Wochen Honig um den Mund geschmiert. Auch ich habe damals diesen Fehler begangen und bin in meinem Zimmer auf und ab gesprungen vor Freude. Ja, sie wollten mein Manuskript veröffentlichen. Ein Glücksgefühl das mich jubeln ließ. Kurz darauf kam der Schlag ins Gesicht: Als Anlage zu dem netten kleinen Anschreiben und der scheinbar detaillierten Einschätzung meines Buches, fand ich sofort einen Vertrag, der mir einen hohen Geldbetrag aus der Tasche leiern wollte. Die Summen variieren, allerdings sollte mich der Spaß damals 1.500€ kosten. Geschockt lehnte ich ab und sank niedergeschlagen zurück auf meinen Stuhl. Tränen schossen mir in die Augen. Ich war meinem Traum zum Greifen nahe und musste schließlich feststellen, dass ich wieder am Anfang stand.

Viele hören nicht auf die Stimme der Vernunft und gehen diesen Deal ein. Sie unterzeichnen den Vertrag und zahlen sogar bis zu 14.000€, um eine größere Auflage und mehrere Ausführungen publizieren zu lassen.

Wer jetzt denkt, ein so teures Buch hätte viel zu bieten, der irrt sich! Meistens werden die Autoren allein gelassen, müssen sich eigenständig um die Werbung kümmern und gelten auf Lebenszeit in der Literaturwelt als die „Dummköpfe“, die reingelegt wurden. Das ist keinesfalls als Beleidigung aufzufassen, es ist eine Schande rechtschaffenden Menschen so etwas anzutun! Viele wissen nicht einmal auf was sie sich einlassen, bis es zu spät ist. Der Verlag verspricht dem Autor eine hohe Auflage, eine tolle Aufmachung und viele Leser. Der Ruhm kommt angeblich mit der Zeit. Einige der Bücher sind von schlechter Qualität, beinhalten Rechtschreibfehler oder eine platte Story, die sich kein Leser freiwillig antun würde. Und warum ist das so? Weil der Verlag nicht mit dem Autor zusammenarbeitet. Dem DKZV ist es egal, ob das Buch Umsatz macht, da sie durch den vorzusteuernden Betrag bereits Gewinn auf ihrer Seite erzielt haben. Ein traurige Wahrheit, die mich schockiert.

Darum mein Tipp: Lehnt immer ab, sobald Geld im Spiel ist. Ein seriöser Verlag fordert keine Beteiligung! Im Gegenteil: Ihr als Autor erhaltet einen % Anteil an den Verkäufen. Sämtliche Unkosten begleicht der Verlag und nicht der Autor.

Seriöse Verlage werben auch nicht mit den oben genannten Anzeigen. Die meisten suchen keine Autoren, da sie jeden Tag Unmengen an Manuskripten erhalten.

Setzt euch also auf euren Hosenboden und nehmt eure Zukunft als Autor selbst in die Hand. Mit etwas Fleiß und Arbeit, erkennt ihr schnell welche Tür sich in der Verlagswelt für euch öffnen könnte. Lasst euch von Absagen nicht unterkriegen und kämpft für euren Traum, denn nur so werdet ihr euren Platz finden und könnt euch eines Tages vielleicht zwischen den Größen dieser Welt einreihen…

Kommentare:

  1. Tja ... das ist, denke ich mal, in der heutigen Zeit für jeden Jungautor (egal wie alt er ist ;)) eine Erfahrung, die er machen muss. Doch vergiss nicht, dass auch Verlage, die einem Antholoieautor nicht die gesetzlich geforderte Menge an gedruckten Exemplaren liefert, sondern diese Anzahl unter Autoren "verlost", als DKZV gelten.

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  2. Falls du damit auf den Pap und den Net-Verlag anspielen willst, ja da hast du recht. Aber man sollte unterscheiden. Ich persönlich kenne DKZV bei denen man nichts zahlen muss, die gut mit Autoren zusammenarbeiten und diese bewerben wie Noel, Net, Debehr... das sagt natürlich nicht, dass sie eine gute Wahl wären...

    Aber dann gibt es noch die Verlage die dich eiskalt abzocken und hängen lassen. In jedem Fall ist beides zu umgehen. LG

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  3. Bei DKZV muss man immer zahlen, sonst ist es ja ein "richtiger" Verlag und der Ausdruck Zuschussverlag wird denen nicht gerecht. Egal in welcher Form: Gibt der Autor etwas, ob Roman oder Geschichte, sollte er dafür auch was bekommen, ganz gleich, ob es sich um ein gedrucktes Exemplar und/oder Honorar handelt. Ich bin auch schon auf solche vermeintlichen Verlage reingefallen und es ist fies, wie diese Menschen andere Leute durch ihre Wünsche und Träume abziehen.
    Stimme dir aber zu: Beides sollte umgangen werden. Egal wie, der Name der Autoren, die bei solchen Verlagen veröffentlichen, leidet darunter. Das ist dann im größeren Sinne die richtige Tragödie.

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  4. Diese dummen schwarzen Listen nerven mich. Ich meine warum sollte man den Autor wegen einem "Ausrutscher" bestrafen? Ist doch schon schlimm genug dass man auf die Abzockmasche drauf reingefallen ist...

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  5. Ist schon ne krasse Sache mit den Abzockverlagen und ich find's gut, dass du vor denen gewarnt hast, Marie-Luis ... manche Jungautoren, die deinen Blog lesen, kannst du jetzt vielleicht vor nem falschen Schritt bewahren.
    Aber gut, dass du damals nicht aufgegeben hast, nachdem du auf nen DKZV gestoßen bist ... sonst würden wir heut vielleicht nichts von dir lesen können und das wäre ja schade :)
    Aber ne Frage: Was sind diese schwarzen Listen, von denen du redest?
    Liebe Grüße, Carolin

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  6. Hey,
    nun viele der großen, aber auch kleinen Verlage erkundigen sich vorher über die Autoren. Es gibt Listen, auf denen vermerkt wird, welche DKZV existieren. Hat der Autor bei einem solchen Verlag veröffentlicht und dies in seiner Vita erwähnt, ist das für viele Verlage ein Ablehnungsgrund. Deshalb besser die Veröffentlichungen allg. angeben: Wurde bisher in 19 Anthologien veröffentlicht und jeweils 2011 und 2013 erschienen 2 Romane in Kleinverlagen.

    Das meinte Cathrin auch mit "Egal wie, der Name der Autoren, die bei solchen Verlagen veröffentlichen, leidet darunter. Das ist dann im größeren Sinne die richtige Tragödie."

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  7. Ich würde sagen genau auf diese Weise kommen Vorurteile in den Umlauf. Um mein Fazit vorweg zu nehmen, ich sehe nichts schlechtes an Zuschussverlagen (Privatverlagen oder Dienstleisterverlagen wie es richtig heißt) und stelle sie von der Qualität und Seriösität auf die selbe Stufe wie Publikumsverlage. Warum? Ganz einfach: Ein Publikumsverlag lebt davon, dass hunderte Menschen regelmäßig ihre hart erarbeiteten Werke einsenden. Aus diesen Einsendungen werden die Besten gewählt die dann nach Möglichkeit und nur wenig überarbeitet werden müssen. Sie kommen ins Verlagsprogramm und erfahren haargenau dieselben Leistungen, vielleicht auch weniger, wie in einem Dienstleisterverlag. Nun kümmert sich ein Publikumsverlag natürlich in besonderem Maße um seine Bestseller, da diese das meiste Geld einbringen. Somit fallen ca. 70-80% der Ausgaben auf einige wenige erfolgreiche Bücher und der Rest wird irgendwie auf den Rest verteilt. Würden Autoren den großen Verlagen ihr Geld nicht quasi vor die Füße werfen, wären auch diese darauf angewiesen eine Beteiligung von Seiten des Autors zu verlangen. In jedem anderen Bereich ist es völlig normal für die Leistung die man erhalten möchte zu bezahlen, somit sind die Publikumsverlage die Ausnahme und nicht anders herum. Ebenso wenig kann von "Abzocke" die Rede sein, schließlich erhält man den Vertrag inklusive Angebot im voraus und kann jederzeit ablehnen. Letztlich zum Thema "Honig ums Maul schmieren" haben Sie sich mal in einem Modegeschäft beraten lassen? Jeder muss selbst wissen wo er sein Buch veröffentlichen möchte, aber solange das Angebot transparent ist und keine versteckten Kosten enthält, sehe ich keinen Grund Dienstleisterverlage in ein derart schlechtes Licht zu stellen.

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  8. Hallo Alfred,

    ich stimme Ihnen teilweise zu. Erst einmal möchte ich sagen, dass es schon einer Art Abzocke gleicht, wenn man Jugendlichen oder angehenden Autoren Verträge mit solch hohen Kosten anbietet. Die Unwissenden, denken womöglich,dass es keinen anderen Weg gibt zu veröffentlichen und willigen blind ein. Ich gebe Ihnen allerdings recht, denn hätten die Publikumsverlage nicht die Möglichkeiten die sie besitzen, würden sie sicher auch zu solchen Mitteln greifen. Dennoch stellt sich mir speziell die Frage: Warum bei einem DKZV veröffentlichen, wenn man über Selfpublishing billiger und teilweise sogar proffisioneller davon kommt? LG Ich freue mich auf Ihre Antwort.

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  9. Das ist eine gute Frage auf die es leider keine klare Antwort geben kann. Beide Variante haben ihre Vor- und Nachteile aber ich versuche einige Beispiele zu geben. Self-Publishing bedeutet in erster Regel viel Arbeit für den Autor selbst während derjenige der bei einem Dienstleisterverlag (Ich bevorzuge diese Bezeichnung weil DKZV weder der wirkliche Name ist, da er quasi als Diffamierung genutzt wird und vom Wort her falsch ist, da der Zuschuss für alle Leistungen für das Buches und nicht nur für den Druck anfällt) veröffentlicht lediglich die zusätzlichen Aufgaben hat, die auch ein Autor im Publikumsverlag hat. Als Self-Publisher muss man quasi im Alleingang eine Verlagsqualität erreichen um auf dem Buchmarkt eine Chance zu haben. Gütesiegel wie Qindie sind der Beweis dafür. Bei einer Verlagsveröffentlichung ist der Verlagsname gleichzeitig Qualitätssiegel, zudem kümmert sich der Verlag um die Verbreitung und übernimmt einen Teil des Marketings. Auch wenn das nicht viel sein mag, ist es besser als das komplette Marketing allein zu gestalten und auf Platz 12643 in der Amazon-Rangliste zu stehen. Zudem gehören Autoren die bei einem Dienstleister veröffentlichen meist zu einer anderen Sorte von Schriftstellern. Sie veröffentlichen nicht mit der Intention dadurch reich und berühmt zu werden sondern wollen ihr geschriebenes einer Zielgruppe zur Verfügung stellen die sich dafür interessiert. Es geht also mehr um die Veröffentlichung selbst. Die Meisten dieser Menschen sind dann auch nur Autoren und können oder wollen sich nicht die zusätzliche Arbeit durchs Self-Publishing aufbürden. Somit mein Fazit: Self-Publishing ist einfach überrannt und mag zwar günstiger sein, bietet dafür aber auch mit relativ viel Arbeit und ebenfalls einigen Investitionen (Lektorat usw.) ebenfalls nur ähnlichen Erfolg wie eine Veröffentlichung bei einem Dienstleisterverlag.

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